Ratgeber · Lokale Sichtbarkeit · 3 Min. Lesezeit
Google-Unternehmensprofil für Betriebe in Halver
Für einen lokalen Betrieb ist das Unternehmensprofil der größere Hebel als die Website. Es ist kostenlos, es steht über den Suchergebnissen — und bei den meisten Betrieben hier ist es halb ausgefüllt.
Warum das Profil vor der Website kommt
Wer „Dachdecker Halver" sucht, sieht zuerst eine Karte mit drei Einträgen. Erst darunter beginnen die normalen Suchergebnisse. Diese drei Plätze entscheiden über den Großteil der Anrufe — und sie werden nicht von deiner Website vergeben, sondern von deinem Unternehmensprofil.
Google nennt dafür selbst drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Entfernung kannst du nicht ändern. Relevanz steuerst du über Kategorie und Leistungen. Bekanntheit entsteht vor allem über Bewertungen — und genau dort ist im Märkischen Kreis am meisten zu holen, weil die wenigsten Betriebe hier überhaupt Bewertungen sammeln.
Die Grundeinstellungen, an denen es meistens hakt
Eine Hauptkategorie, präzise gewählt
Die Hauptkategorie ist der stärkste einzelne Hebel. „Bauunternehmen" und „Dachdecker" führen zu völlig verschiedenen Suchen. Nimm die, die dein Kerngeschäft trifft, und ergänze den Rest als Nebenkategorien.
Name genau wie auf dem Schild
Keine Zusätze wie „Dachdecker Halver Günstig". Das verstößt gegen die Richtlinien und kann zur Sperrung führen. Der Name ist der Name.
Adresse und Zeiten aktuell
Falsche Öffnungszeiten sind der häufigste Grund für schlechte Bewertungen, die nichts mit deiner Arbeit zu tun haben. Feiertage eintragen, das geht im Voraus.
Leistungen ausfüllen
Jede einzeln eintragen, mit ein paar Sätzen. Diese Felder sind Textfläche, die dir gehört und in die sonst niemand schaut — Google aber schon.
Fotos, regelmäßig
Betrieb, Team, Fahrzeug, fertige Arbeiten. Profile mit aktuellen Fotos wirken lebendig; Profile ohne Bilder wirken aufgegeben.
Bewertungen: was erlaubt ist und was nicht
Bewertungen sind der Faktor, der sich am schnellsten bewegen lässt und am meisten bringt. Gleichzeitig ist es der Bereich, in dem am meisten falsch gemacht wird — teils aus Unwissen, teils weil schlechte Ratschläge kursieren.
Erlaubt ist: Kunden nach einer Bewertung fragen. Den Link aus deinem Profil in die E-Mail-Signatur setzen, auf die Rechnung drucken, als QR-Code beim Termin dabeihaben. Auf Bewertungen antworten, auch auf negative.
Verboten ist: jede Form von Gegenleistung — Rabatt, Gutschein, Gratisleistung. Ebenso verboten ist das Vorsortieren: erst fragen, ob jemand zufrieden war, und nur die Zufriedenen zum Bewertungslink schicken. Das nennt sich Review Gating und verstößt gegen Googles Richtlinien. Ebenfalls tabu: gekaufte Bewertungen und Bewertungen von Leuten, die nie Kunde waren.
Praktisch heißt das: eine neutrale Nachricht nach jedem Auftrag, an alle. Und lieber ein bis zwei Bewertungen pro Monat dauerhaft als zwölf in einer Woche — ein plötzlicher Schwall fällt auf und wirkt weniger glaubwürdig als ein stetiger Zufluss.
Die häufigsten Fehler bei Betrieben hier in der Gegend
Profil nie beansprucht
Viele Einträge existieren automatisch, ohne dass der Betrieb sie kennt. Solange niemand sie bestätigt hat, kann sie auch niemand pflegen — und falsche Daten bleiben stehen.
Adresse in verschiedenen Schreibweisen
Einmal „Mittelstr.", einmal „Mittelstraße", einmal mit anderer Telefonnummer. Google muss erkennen, dass das ein Betrieb ist. Lege eine Schreibweise fest und nutze sie überall gleich.
Auf Bewertungen nicht geantwortet
Eine unbeantwortete Kritik liest sich, als hätte sie gestimmt. Eine sachliche Antwort dreht den Eindruck, auch für alle, die später mitlesen.
Keine Beiträge
Die Beitragsfunktion nutzt kaum jemand. Ein kurzer Beitrag pro Monat — abgeschlossenes Projekt, Urlaubszeiten, neue Leistung — hält das Profil sichtbar aktiv.
Häufige Fragen
Kurz und ehrlich beantwortet.
Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas?
Nein, es ist kostenlos. Wenn dich jemand anruft und Geld dafür verlangt, dein Profil „freizuschalten" oder „zu optimieren", ist das im besten Fall eine überflüssige Dienstleistung und im schlechtesten ein Betrugsversuch. Solche Anrufe sind im Märkischen Kreis verbreitet.
Wie viele Bewertungen brauche ich?
Es gibt keine offizielle Schwelle, und wer eine nennt, hat sie sich ausgedacht. Was zählt, ist der Abstand zum örtlichen Wettbewerb. In Halver haben die meisten Anbieter im Bereich Webdesign, Handwerk und Dienstleistung null bis wenige Bewertungen — zehn bis fünfzehn echte reichen hier, um deutlich vorne zu liegen.
Was mache ich mit einer ungerechtfertigten Bewertung?
Sachlich und knapp antworten, ohne Streit. Wenn sie gegen die Richtlinien verstößt — Beleidigung, offensichtlich anderer Betrieb, Erpressungsversuch — kannst du sie melden. Rechne aber nicht fest damit, dass sie entfernt wird.
Bringt das mehr als eine neue Website?
Für einen lokalen Dienstleister meistens ja, und es kostet nichts außer Zeit. Am besten läuft beides zusammen: Das Profil bringt dich in die Karte, die Website überzeugt den, der dann draufklickt.
Wo finde ich den Link, um nach Bewertungen zu fragen?
Im Unternehmensprofil unter „Rezensionen“ gibt es „Nach Rezensionen fragen“. Der Link sieht aus wie g.page/r/… und gehört in die E-Mail-Signatur, auf die Rechnung und als QR-Code an die Theke.
