Handwerker gewinnen Kunden anders als Onlineshops. Die meisten Websites für Betriebe sind trotzdem gebaut wie kleine Onlineshops — und funktionieren deshalb nicht.
Der typische Weg im Märkischen Kreis sieht so aus: Jemand bekommt deinen Namen empfohlen, sucht abends auf dem Sofa danach, schaut sich auf dem Telefon zwei Minuten um — und ruft am nächsten Morgen an. Oder eben nicht.
Diese zwei Minuten sind die ganze Aufgabe. Nicht Reichweite, nicht Klickzahlen, nicht Kampagnen. In diesen zwei Minuten muss klar werden, dass du machst, was gesucht wird, dass du in der Nähe bist und dass andere schon zufrieden waren. Alles, was dabei im Weg steht, kostet dich den Auftrag.
Der zweite Weg ist die Suche ohne Namen: „Heizung Notdienst Halver“, „Dachdecker in der Nähe“. Dort entscheidet zuerst dein Google-Unternehmensprofil, erst danach deine Website. Wer nur an der Website baut und das Profil links liegen lässt, hat den größeren Hebel ausgelassen.
Nicht „Ihr Partner für Gebäudetechnik“, sondern „Heizung, Sanitär und Bad — seit 1998 in Halver“. Der Kunde sucht keine Positionierung, er sucht sein Problem.
Ort in die Überschrift, Adresse sichtbar, Einzugsgebiet benannt. Wer erst im Impressum erfährt, wo du sitzt, hat vorher schon weitergeklickt.
Fotos von echten Arbeiten, Namen von Kunden, Bewertungen. Ein einziges Bild von deinem Team wirkt stärker als drei Absätze über Qualitätsanspruch.
Die meisten Handwerkskunden rufen an. Sie füllen kein Formular aus, warten nicht auf eine Antwortmail und legen keinen Warenkorb an. Trotzdem versteckt fast jede Handwerker-Website die Telefonnummer im Fußbereich.
Die Nummer gehört oben rechts, groß, und sie muss auf dem Telefon anklickbar sein. Das ist keine Gestaltungsfrage, sondern der kürzeste Weg zwischen Interesse und Auftrag. Ein Kontaktformular darf zusätzlich da sein — für die, die abends um elf schreiben wollen.
Was ebenfalls hilft und selten gemacht wird: Schreib hin, wann du erreichbar bist und wie schnell du zurückrufst. „Anrufe beantworten wir werktags zwischen 7 und 17 Uhr, Rückruf spätestens am nächsten Werktag“ nimmt dem Anrufer die Unsicherheit.
Das lächelnde Modell mit dem sauberen Blaumann erkennt jeder als gekauft. Es kostet dich Glaubwürdigkeit, und Glaubwürdigkeit ist bei einem Handwerksbetrieb das Einzige, was zählt.
Zwanzig Fotos vom Telefon sind besser als fünf gekaufte: das Fahrzeug, die Werkstatt, ein fertiges Bad, das Team vor dem Betrieb. Nicht perfekt ausgeleuchtet, aber echt. Bei den Projekten, die wir gebaut haben, sind die eigenen Bilder ausnahmslos die Stellen, an denen Besucher hängenbleiben.
Nebeneffekt: Eigene Bilder mit Ortsbezug helfen auch der Auffindbarkeit — im Gegensatz zu Stockmaterial, das auf hundert anderen Seiten liegt.
Wenn du ausgelastet bist und ausschließlich über Empfehlung arbeitest: nicht dringend. Sobald Leute dich googeln, bevor sie anrufen — und das tun sie —, entscheidet der erste Eindruck darüber, ob der Anruf kommt. Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil ist dabei der erste Schritt, nicht der zweite.
Als Ergänzung ja, als Ersatz nein. Du hast dort keine Kontrolle, keine eigene Adresse und keine Auffindbarkeit über die Suche. Wenn die Plattform morgen ihre Regeln ändert, ist deine Sichtbarkeit weg.
Meist fünf bis acht: Start, zwei bis vier Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt. Mehr ist selten besser, weil jede Seite gepflegt werden will.
Wenn du einen anbietest, gehört er nach oben — mit Nummer und Zeiten. Notdienst-Suchen sind die dringlichsten Anfragen überhaupt, und dort entscheidet sich in Sekunden, wer angerufen wird.
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